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30.4.2017 : 13:06 : +0200

Tipps

Lucha Libre - Wrestling in Mexiko

Neben Fußball und Baseball zählt das Lucha Libre zu den beliebtesten Sportarten in Mexiko.
Lucha Libre bedeutet auf Deutsch "Freier Kampf" und hat seinen Ursprung im amerikanischen Wrestling der 30er Jahre. Damals brachte der texanische Wrestler Salvador Lutteroth den Kampfsport ins benachbarte Mexiko.


Mit der Gründung der Empresa Mexicana de Lucha Libre manifestierte sich der Sport innerhalb weniger Jahre, und wurde zum Massenphänomen.
Die Regeln ähneln denen des amerikanischen Catchens. Das heißt, der jenige gewinnt, der seinen Gegner drei Sekunden  mit beiden Schultern auf die Ringmatte drückt oder dafür sorgt, das der Gegner sich länger als 10 Sekunden außerhalb des Ringes aufhält und ausgezählt wird. Andere Regeln können auch von den Luchadores, den Kämpfern vor dem Kampf festgesetzt werden, und so das normale Regelreglement erweitern oder einschränken.

Im mexikanischen Lucha Libre werden mehr technische Manöver durchgeführt als im körperbetonten amerikanischen Wrestling. Typisch hierfür sind akrobatische, gefährlich aussehende Luftmanöver. Die übliche Kampfformation sind so genannte Tríos Matches in denen sich zwei Teams mit jeweils drei Kämpfern gegenüberstehen.
Paarkämpfe, wie im US Wrestling gibt es auch, allerdings viel seltener.

Meistens kämpfen die unbeliebten  Rudus (die Rauen) gegen die Technik- versierten Técnicos (Techniker).
Die Rudus repräsentieren dabei den unbeliebten, bösen Part, wobei die Técnicos die gute Seite darstellen, und somit in der Regel die Publikumslieblinge sind.
Es ist das klassische Schauspiel von Gut gegen Böse.

Eine weitere Besonderheit des mexikanischen Lucha Libres sind die Masken, die die Kämpfer aufhaben. Jeder Luchador versteckt seine wahre Identität hinter seiner Maske. Der Verlust dieser Maske im Kampf ist das schlimmste was einem Kämpfer passieren kann, und kann das Aus seiner Karriere bedeuten.
Dies geschieht häufig in den Luchas de Apuestas (Wett-Kämpfen), bei denen z.B. die Kämpfer um die Maske und somit die Ehre des anderen kämpfen.
Bei den Luchas de Apuestas gibt es eine Vielzahl von Varianten. So geht es in der Kampfvariante Máscara contra mascarat um die Maske des anderen.
Wenn ein Luchador allerdings schon vor dem Kampf Maskenlos ist, wird ihm nach  einer möglichen Niederlage der Kopf als Zeichen der Demütigung kahl rasiert.

Um diese Masken wird ein regelrechter Kult getrieben, und die Sportler treten auch in der Öffentlichkeit oder bei einem sozialen Event stets maskiert auf. El Santo, der wahrscheinlich berühmteste Luchador Mexikos gab seine wahre Identität erst im hohen Alter Preis und wurde sogar mit seiner Maske begraben.
Jedoch ist es ein Trugschluss zu denken, dass jeder mexikanische Luchador eine Maske besitzt. Es gab auch schon berühmte nicht maskierte Luchadores, wie z.B. Tarzan Lopez und Perro Aguayo.
Auch Kämpfer die ihre Maske schon einmal verloren haben können ohne Maske weiterkämpfen.

Einige Luchadores, wie  Rey Mysterio haben es auch in der amerikanischen Wrestling Liga WWF zu Weltruhm gebracht.Es gibt eine Vielzahl von Lucha Libre Ligen und Trainingshallen in Mexiko, wobei die bekannteste Liga die "triple a" (AAA) ist und die größte Arena Mexikos die Arena Mexico in Mexiko City ist.

Sollten sie auf einer Mexiko Reise zufällig die Möglichkeit haben, ein solches Spektakel erleben zu können, sollten sie dies unbedingt machen!
Aber Vorsicht! Beim Lucha Libre geht es schon mal heiss her, und Hänchenschenkel und Bierbecher fliegen durch die Gegend.

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