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30.4.2017 : 13:06 : +0200

Tipps

Barranca del Cobre - per Zug durch die atemberaubende Kupferschlucht

Wer braucht schon den Grand Canyon? Das ist der Gedanke, der vielen Reisenden beim Anblick der Barranca del Cobre durch den Kopf schießt. Das im Bundesstaat Chihuahua gelegene Schluchtensystem ist in seiner gesamten Ausdehnung viermal so groß wie Amerikas Naturattraktion am Colorado River und sollte bei einem Mexiko-Urlaub unbedingt auf dem Programm stehen. Im Gegensatz zu den Tiefen Arizonas lässt sich die Barranca del Cobre nämlich im Rahmen einer Zugfahrt hautnah erleben. Auf abschnittsweise kühner Streckenführung schlängelt sich die Eisenbahn Chihuahua al Pacífico - liebevoll El Chepe genannt - um senkrecht abfallende Felswände durch 86 Tunnel und über 37 Brücken. Während der 15-stündigen Fahrt bewältigt der Reisende im Zug ganz bequem einen Höhenunterschied von rund 2.400 Metern und hat genügend Zeit, die atemberaubenden Ausblicke zu genießen.

In schwindelnde Höhen

Auf der Reise geht es durch unterschiedlichste Landschaftszonen. Durch die Hochebene von Chihuahua führen die Schienen an den teils bizarren Felsformationen der Sierra Madre Occidental und Sierra Tarahumara vorbei bis nach Los Mochis an der Pazifikküste, wo subtropische Flora dominiert. Buchstäblicher Höhepunkt der Fahrt ist natürlich der Aussichtspunkt Divisadero, der weite Blicke über die kupferfarbene Schluchtenlandschaft eröffnet.

Wer auf der Fahrt nur den kurzen Fotostopp nutzt, verpasst jedoch so einiges. Besser ist es, sich ein paar Tage Zeit für die 653 Kilometer lange Fahrt zu nehmen und einige Übernachtungen einzuplanen.

Zwischenstopps in den Schluchten

Der Ort Creel zum Beispiel markiert rund 250 Kilometer von Chihuahua entfernt den Eingang zu den Schluchten und lockt mit der ganzen Schönheit der Sierra Madre. Wanderer können hier die gewaltigen Felsen erklimmen, an idyllischen Seen mit beeindruckenden Wasserfällen oder heißen Quellen campieren und Bekanntschaft mit den gastfreundlichen Einheimischen, den Tarahumaras, machen. Für weitere Aufenthalte empfehlen sich Barrancas, Cerocahui, Urique und El Fuerte, wo Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, um die mindestens 24-stündige Wartezeit auf den nächsten Zug zu überbrücken.

Tipps und Preise

Wer längere Touren plant, sollte unbedingt für eine entsprechende Ausrüstung sorgen ? das Klima variiert von tropisch-heiß über wüstenartig in den Niederungen bis kühl in den Höhenlagen. Bei der Abreise empfiehlt sich ein rechtzeitiges Erscheinen am Bahnhof, auch wenn der Zug schon um 6 Uhr morgens abfährt. Die komplette Fahrt kostet 1.442 Pesos, was knapp 80 Euro entspricht (Stand März 2014). Wanderungen und Übernachtungen in der Barranca del Cobre lassen sich sowohl auf eigene Faust unternehmen als auch organisiert.